• Die Rolle von Wissenschaft im Naturschutz
    Prof. Dr. Anne-Christine Mupepele
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Wissenschaftliche Erkenntnisse helfen uns, die Welt besser zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und Vorhersagen zu treffen. Sie ermöglichen es, Maßnahmen zu ergreifen, um einen gewünschten Effekt zu erzielen. In der Medizin soll eine Behandlung durch ein Medikament eine Krankheit heilen. Ein solches Medikament wird erst zugelassen, wenn es zuvor wissenschaftlich untersucht und seine Wirksamkeit gezeigt werden konnte. Auch im Naturschutz sollen durch gezielte Maßnahmen Verbesserungen erreicht werden. In vielen Bereichen wurden bereits Erfolge erzielt – etwa sauberere Gewässer durch weniger Dünger oder artenreichere und widerstandsfähigere Wälder durch den Wandel von Fichtenmonokulturen hin zu Mischwäldern. Angesichts wachsender Herausforderungen bleibt es ein stetiges Ziel, effiziente Lösungen zu finden, die nicht nur wirksam, sondern auch gesellschaftlich akzeptiert und vor Ort umsetzbar sind.

  • Der Beitrag von Politikberatung zum Schutz der Biodiversität
    Prof. Dr. Josef Settele
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Der Vortrag wird auf der Grundlage langjähriger Erfahrungen in internationalen Assessments auf die verschiedenen Facetten internationaler Vertragsverhandlungen und deren Konsequenzen für den Schutz der Biodiversität von der globalen über die regionale bis hin zur lokalen Ebene eingehen (mit einem Fokus auf Insekten). Dabei wird Bezug genommen auf den Weltbiodiversitätsrat (IPBES), den Weltklimarat (IPCC) und die Konvention für Biologische Vielfalt (CBD), außerdem auf die europäische Gesetzgebung und auf deren nationale Umsetzung, v.a. am Beispiel der Verordnung zur Wiederherstellung der Natur.

  • Schafft Landnutzung Biodiversität? Ein Blick in die Geschichte der Kulturlandschaft
    Prof. Dr. Werner Konold
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Kulturlandschaft ist physisch greifbare Geschichte. Im besten Fall sind mehrere, ja viele Zeitschichten ablesbar – Spuren des Wirtschaftens, Nutzens und Übernutzens und des Gestaltens. Man kann vielfach noch funktionale Zusammenhänge zwischen verschiedenen Landschaftselementen – Raine, Rücken, Riegel, Hecken und vieles andere mehr – erkennen. Es entstand über die Jahrhunderte eine kleinflächige Raum-Zeit-Dynamik. Durch menschliches Einwirken wurde die Biodiversität erhöht und räumlich neu sortiert, und zwar bezogen auf alle Komponenten der biologischen Vielfalt: die genetische Ebene, die der Arten, Lebensgemeinschaften und deren Struktur und auf Landschaften. Der Vortrag versucht, mit vielen Bildern einen Überblick über die Prozesse der Landschaftsentwicklung und die Triebkräfte, die dahinterstanden, zu geben; das Ganze ergänzt um aktuelle und Zukunftsaspekte.

  • Ökozid
    Welterschöpfungstag 2025

    Friedrichsbau Lichtspiele, Kaiser-Joseph-Str. 268-270

    Film und Gespräch mit dem Regisseur Andres Veiel
    Ein Extra in der Reihe "Über Leben im Anthropozän“ als Beitrag zum Welterschöpfungstag 2025
    in Zusammenarbeit mit der Musella-Stiftung für eine sozial-ökologische Zukunft und der Diözesanstelle für Schöpfung und Umwelt der Erzdiözese Freiburg

    Beschreibung

    Das Drehbuch von Andres Veiel und Jutta Doberstein entwirft eine fiktive Gerichtsverhandlung im Jahre 2034, bei der die politisch Verantwortlichen der Bundesrepublik Deutschland wegen ihrer Unterlassungen auf dem Feld der Klimapolitik angeklagt werden. Aus Artikel 6 der UN-Konvention, dem Recht auf Leben, könne, so die Kläger, abgeleitet werden, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre völkerrechtliche Pflicht verletzt habe, einer Erhöhung der weltweiten CO2-Konzentration entgegenzuwirken.

    Die Kläger sind 31 Staaten des Globalen Südens, die im Juli 2034 die Bundesrepublik Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof auf einen Schadenersatz von jährlich 60 Milliarden Euro für die Folgen des Klimawandels verklagen. Sie werden vertreten von den Anwältinnen Larissa Meybach, die schon als Jugendliche gegen die Kohle demonstriert hat, und ihrer Chefin Wiebke Kastager, die hinter Meybachs Rücken mit dem Anwalt der Bundesrepublik, Victor Graf, über einen Vergleich verhandelt.

    Die Katholische Akademie präsentiert diesen Film und ein Gespräch mit dem Regisseur Andres Veiel als Beitrag zum Welterschöpfungstag 2025. Der Film greift in exemplarischer Weise einige der Fragen auf, die wir im Rahmen der Reihe „Über Leben im Anthropozän“ in der Veranstaltung am 24. Oktober 2024 diskutiert haben. 
    Der Eintritt und Kartenverkauf erfolgt über Kinos Harmonie, Friedrichsbau und Kandelhof in Freiburg.

  • Was ist Biodiversität und warum sollen wir sie schützen? Biophilosophische und ethische Perspektiven
    Prof. Dr. Thomas Potthast
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Wir leben in Zeiten (auch) einer Biodiversitätskrise. Doch was genau meint der Ausdruck „Biodiversität“, der erst in den spätern 1980er Jahren geprägt wurde? Umfasst er das Leben an sich, alle Lebensformen, alle Spezies und Ökosysteme? Aus Perspektive der Philosophie der Biologie soll gezeigt werden, dass „Biodiversität“ kein rein biologischer Begriff ist, sondern ein sogenannter Grenzbegriff, ein epistemisch-moralisches Hybrid, der Natur- und Geisteswissenschaften, Politik und Naturschutz verbindet. Zugleich wird genauer ausgeführt werden, welche guten Gründe es gibt, den Schutz der biologischen Vielfalt in der Tat als drängende Gegenwartsfrage zu verstehen. Dabei geht es in der Begründung nicht um den falschen Gegensatz „Mensch oder Natur“, sondern um Perspektiven einer gelingenden gemeinsamen Zukunft.

  • Agroforstsysteme: Win-Win für Landwirtschaft und Umwelt
    Dr. Christopher Morhart
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Bäume gehören in den Wald und Getreide auf den Acker – ist das wirklich so, oder bieten sogenannte Agroforstsysteme doch mehr für Mensch und Natur? Dieser Frage soll im Vortrag nachgegangen werden. Dass Bäume und Sträucher die Biodiversität durch die Schaffung von Lebensräumen und Nahrungsquellen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten steigern und die Wind- und Wassererosion reduzieren, ist vielen bekannt. Darüber hinaus ergeben sich durch deren Integration in landwirtschaftliche Nutzsysteme eine Vielzahl weiterer Effekte. Die einzelnen Komponenten von Agroforstsystemen interagieren in mannigfaltiger Weise miteinander. Da sowohl Bäume als auch Ackerkulturen Wasser, Licht und Nährstoffe benötigen, stellt sich die Frage: Macht es Sinn, beide zu kombinieren? Taucht man in die faszinierende Welt der Agroforstsysteme ein, wird schnell klar, dass die Realität weitaus komplexer ist, als es zunächst scheint.

  • „Doktor Wald“ – Hat die Biodiversität von Wäldern einen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen?
    Prof. Dr. Michael Scherer-Lorenzen
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Waldökosysteme sind ein wichtiges Reservoir für die biologische Vielfalt in den vom Menschen geprägten Landschaften Mitteleuropas und erbringen zahlreiche Ökosystemleistungen. Der Kontakt mit Wäldern oder einer natürlichen Umgebung kann sich positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken, v.a. bei nicht übertragbaren Krankheiten wie psychischen Störungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Beitrag der biologischen Vielfalt in Wäldern zu Gesundheit und Wohlbefinden ist aber noch nicht ausreichend erforscht. Die biologische Vielfalt kann dabei sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, letztere z. B. durch vektorübertragene Krankheiten oder pollenbedingte Allergien. Im Vortrag werden u.a. neue Erkenntnisse aus dem europäischen Projekt „Dr. Forest“ vorgestellt.

  • Geheimnisse des Vogelzugs
    Dr. Wolfgang Fiedler
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Warum wandern Tiere? Die Antwort ist einfach und fast schon banal: um dorthin zu kommen, wo es ihnen besser geht. Was für den Wasserfloh ebenso gilt wie für den Blauwal, wurde durch die Fähigkeit der Vögel, sich fliegend über große Strecken bewegen zu können, zum Lebensprinzip einer ganzen Tierklasse.Keine andere Tiergruppe hat schon so viele Geheimnisse rund um ihr Wanderverhalten preisgegeben wie die Vögel – zugleich aber auch immer wieder neue Rätsel aufgegeben. So wissen wir beispielsweise von vielen Vogelpopulationen, in welchem Gebiet sie überwintern, aber wir wissen wenig darüber, welche Entscheidungen über Zeitplan und Route das einzelne Individuum trifft.
    Der Vortrag wird Sie auf einen Streifzug zum Staunen und Nachdenken über verschiedene Aspekte des Vogelzuges mitnehmen und zugleich über aktuelle Ansätze in der Vogelzugforschung informieren.

  • Der Ausverkauf – Wasser, Boden, Rohstoffe
    Uwe Ritzer (Journalist/Buchautor, München)
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Während sich Deutschland in hitzigen Debatten um klimafreundliche Heizungen und E-Autos heillos verzettelt, hat im Hintergrund der Ausverkauf unserer natürlichen Ressourcen längst begonnen.
    Sie gehören uns allen, doch es sind einzelne Geschäftemacher und multinationale Konzerne, die mit Wasser, Boden und Rohstoffen gewaltige Gewinne machen. Ohne Rücksicht auf das Gemeinwohl und ausschließlich für ihre eigenen Zwecke. Die Ausverkäufer agieren weitgehend aus dem Schatten heraus: Die breite Öffentlichkeit nimmt sie nicht wahr, sie fliegen geschickt unter dem medialen Wahrnehmungsradar. Kaum jemand stellt sich ihnen in den Weg; die Politik arrangiert sich, lässt sie in Ruhe – oder verdrängt das Problem.
    Der SZ-Investigativ- und Wirtschaftsjournalist Uwe Ritzer hat darüber das Buch „Der Ausverkauf“ geschrieben, in dem er nicht nur aufzeigt, wie unsere Umwelt ausverkauft wird, sondern auch,  wer dafür die Verantwortung trägt.

  • Wie viel Fleisch verträgt die Zukunft und wie wenig toleriert unsere Gesellschaft?
    Martina Braun MdL (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    Prof. Dr. Gunther Hirschfelder (Kulturwissenschaft, Regensburg)
    Dr. Friederike Schmitz (Autorin, Berlin)
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Global betrachtet verursacht das Ernährungssystem je nach Schätzung 20 bis 35 Prozent der anthropogenen Treibhausgasemissionen, wobei bis zu 80 Prozent auf die Tierproduktion entfallen – mit gravierenden Folgen für Umwelt und Tierwohl. Dennoch galt die Entscheidung über den Fleischkonsum traditionell als Privatsache, geprägt von kulinarischen, kulturellen oder moralischen Vorlieben. Politische Eingriffe in diesen Bereich stoßen oft auf Widerstand. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir eine gesellschaftliche Debatte über die Zukunft unseres Ernährungssystems anstoßen und nachhaltige Lösungsansätze erkunden. Diskutieren Sie mit uns über die Möglichkeiten einer verantwortungsvollen Ernährung!

  • Pilze – Das verborgene Leben im Untergrund
    Dr. Bernhard Otto (Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V., Schifferstadt)
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Pilze sind mehr als kulinarische Kostbarkeiten oder giftige Gefahren – sie bilden ein unsichtbares Netzwerk, das die Natur durchzieht und verbindet. Ihre ökologische Bedeutung ist enorm, ihre Lebensweise faszinierend fremd.
    Was sind Pilze, welche Rolle spielen sie in der Welt – und was verbirgt sich hinter dem „Wood Wide Web“?
    Eine Entdeckungsreise in das Reich der Fadenwesen.

  • Lebendige Landschaften gestalten:
    Wie Agroforstsysteme und Naturoasen die natürliche Vielfalt erhalten
    Dr. Wolfgang Ambach (Stiftung Natur Zuerst, Schallstadt)
    Dr. Christopher Morhart (Waldwachstum und Dendroökologie, Freiburg)
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Wie kann sich eine land- und forstwirtschaftliche Nutzung positiv auf die biologische Vielfalt auswirken? Mit dieser Frage beschäftigen sich zwei Vorträge an diesem Abend.
    Agroforstsysteme – die Kombination von Bäumen mit landwirtschaftlicher Nutzung – bieten vielfältige Vorteile für Mensch und Natur. Wie diese aussehen und was man dabei beachten sollte, beleuchtet Dr. Christoper Morhart.
    „Naturoasen“ heißen die land- und forstwirtschaftlichen Flächen der Stiftung Natur Zuerst. Sie sind als Naturerbe auf Dauer der Vielfalt des Lebens, nicht der Nutzung gewidmet. Dr. Wolfgang Ambach stellt dieses vielgliedrige, von Ehrenamtlichen verantwortete Naturschutzprojekt vor.