• Zwischen Dürre und Flut – Deutschland vor dem Wassernotstand

    Katholische Akademie Freiburg Wintererstraße 1, Freiburg, Deutschland

    Wasser war in Deutschland nie ein Thema – es war schließlich immer genug da. Doch das ändert sich. Der Verbrauch übersteigt die natürliche Nachbildung, die Grundwasserstände sinken vielerorts zum Teil drastisch, die Zahl der Regionen mit Versorgungsproblemen nimmt zu. Der Journalist und Bestsellerautor Uwe Ritzer beschäftigt sich eingehend mit dem Thema und sagt, was seiner Meinung nach jetzt getan werden muss. Mit den vorgestellten Lösungsansätzen werden wir uns in der anschließenden Diskussion auseinandersetzen.

  • Können wir uns Nutztiere in Zukunft noch leisten?

    Katholische Akademie Freiburg Wintererstraße 1, Freiburg, Deutschland

    Landwirtschaftliche Nutztiere gelten als Nahrungskonkurrenten, Umweltverschmutzer und Klimasünder. Doch sollen wir deshalb Nutztiere abschaffen? Oder ist ihre Präsenz unverzichtbar für eine nachhaltige und funktionierende Landwirtschaft? In einem Vortrag und im anschließenden Gespräch werden wir diese Fragen beleuchten und darüber diskutieren, ob es um ein klares „Ja" oder „Nein" zu Nutztieren oder ob es um die Suche nach der richtigen Balance und einer nachhaltigen Lösung für Mensch, Tier und Umwelt geht.

  • Algen, Insekten & Laborfleisch – Was werden wir in Zukunft essen?

    Katholische Akademie Freiburg Wintererstraße 1, Freiburg, Deutschland

    Nach Ansicht von Ramona Teuber sind die Agrar- und Ernährungssysteme trotz stetig gestiegener Produktivität in ihrer derzeitigen Ausrichtung nicht zukunftsfähig und weisen Dysfunktionalitäten auf. Große Teile der Weltbevölkerung sind unter-, mangel- oder überernährt. Zugleich tragen die verbreiteten Produktionsweisen maßgeblich zu Klimawandel und Artenverlust bei. Eine Transformation unserer Agrar- und Ernährungssysteme erscheint daher unbedingt notwendig und dringlich. Im Vortrag werden aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Ernährungssicherung vor dem Hintergrund planetarer Grenzen sowie mögliche Zukunftspfade diskutiert.

  • Lebensgemeinschaft unter Gottes Gebot – Aspekte zur Bio-Ethik und zum Tierwohl im klassischen Judentum

    Katholische Akademie Freiburg Wintererstraße 1, Freiburg, Deutschland

    Aus einem israelischen Kinderbuch: „Dann nimmt Noach zwei Würmchen und setzt sie in ein Marmeladenglas mit Granatapfelkernen. Auch Würmer sind kleine Wunder, flüstert er ihnen zu. Und deshalb werden wir auf euch achtgeben. Denn schon bald wird diese Sintflut ein Ende nehmen, und dann soll jedes Lebewesen seinen Platz unter der Sonne haben.“ Die Traditionen der Tora und ihre Weisungen tragen im Judentum heute zu einer bewussten Bioethik bei. Welche Weichen hier gestellt sind und welche Prinzipien jüdischer Umweltethik hier eine Rolle spielen, darum soll es in diesem Vortrag und der anschließenden Diskussion gehen. Der „Mensch als Krone der Schöpfung“ erscheint plötzlich in einem anderen Licht.

  • LebenDunkel ins Licht bringen
    Lichtverschmutzung und Artenschutz

    Katholische Akademie Freiburg Wintererstraße 1, Freiburg, Deutschland

    Die zunehmende Lichtverschmutzung führt nicht nur zum Verlust der Nacht und des Sternenhimmels.
    Sie wirkt sich auch aus in gesundheitlichen Folgen für den Menschen und zahlreiche Arten, Artengruppen und ganze Ökosysteme. Insbesondere unsere lichtempfindlichen nachtaktiven Arten leiden unter dem künstlichen Licht.
    Unter dem Motto ‚Dunkel ins Licht bringen‘ stellt Ihnen die Biologin Vera Leinert ein aktuelles Projekt des Regierungspräsidiums Freiburg zum Schutz von Fledermäusen und zu „Dunkelkorridoren im Siedlungsbereich“ vor.

  • Lösung von Mensch- Wildtier-Konflikten?
    Erfolgreiche Ansätze durch Forschungsprojekte mit Bürgerbeteiligung

    Katholische Akademie Freiburg Wintererstraße 1, Freiburg, Deutschland

    Große und langlebige Säugetier- und Vogelarten werden bewundert und sind zugleich verfemt – als Leit- und Schirmarten fördern sie den Naturschutzgedanken, als Arten im Zentrum von Konflikten mit zahlreichen Interessengruppen werden sie verfolgt und getötet. Können sie in unserer Welt langfristig überleben? Ja, sagt der Zoologe Professor Heribert Hofer. Dazu müssen Wissenschaft, Gesellschaft und betroffene Interessengruppen stärker aufeinander zugehen. Mithilfe gemeinsamer Forschungsprojekte sollen ein besseres Verständnis der Konflikte erreicht und Lösungsansätze erprobt werden. Wie dies gelingen kann, zeigt unser Referent anhand der Ergebnisse von Forschungsprojekten aus drei Kontinenten der letzten 20 Jahre.

  • Schmetterlinge:
    Was sie auszeichnet und wie sie leben

    Dr. Mareike Possienke
    Katholische Akademie Freiburg Wintererstraße 1, Freiburg, Deutschland

    Wer mag sie nicht – die fliegenden Schönheiten?
    Als Biologin aus Leidenschaft liebt Mareike Possienke, was um uns wächst, blüht, krabbelt und fliegt. Bereits 2004 begann sie als Naturfotograin die heimische Artenvielfalt zu dokumentieren und anderen Menschen die Schönheit der Umwelt zu verdeutlichen sowie Handlungsbedarf und möglichkeiten zum Schutz dieser gefährdeten Tiere aufzuzeigen. In ihrem Vortrag über Schmetterlinge vermittelt sie Basiswissen über diese faszinierenden Insekten, ihre Lebensräume und Überlebensstrategien. Neben diesen spannenden Informationen zeigt der Vortrag Schutzideen zum Selbermachen auf sowie faszinierende fotograische Einblicke ins Schmetterlingsleben.

  • Wie steht es um die Biologische Vielfalt und warum ist sie wichtig? Einblicke aus Sicht einer Bestäubungsökologin
    Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Zum Auftakt der Reihe wird dieser Vortrag einen umfassenden Einblick in den aktuellen Zustand der biologischen Vielfalt geben und die essenzielle Rolle von Bienen innerhalb des Ökosystems herausstellen, alarmierende Fakten zur Artenvielfalt präsentieren und erläutern, warum der Verlust biologischer Vielfalt nicht nur die Natur, sondern auch unsere Ernährungssicherheit und Gesundheit bedroht. Besonders im Fokus stehen die Bienen, die als Schlüsselbestäuber für die Bestäubung von 75 % der weltweit wichtigsten Nutzpflanzen verantwortlich sind. Der drastische Rückgang ihrer Population verdeutlicht den dringenden Handlungsbedarf.

  • Bienen und Pestizide: Welche Schwachstellen hat die aktuelle Risikobewertung des Pestizidzulassungsverfahrens?
    Dr. Dimitry Wintermantel
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Bienen sind die wichtigsten Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen und daher äußerst wichtig für Biodiversität und landwirtschaftliche Produktivität. In Europa gibt es etwa 2000 Bienenarten, doch die Vielfalt der Bienen nimmt vielerorts ab. Einer der Hauptstressoren von Bienen sind Pflanzenschutzmittel. Obwohl diese vor ihrer Zulassung getestet werden müssen, hat insbesondere das Beispiel der Neonikotinoid-Insektizide gezeigt, dass der Einsatz von zugelassenen Pestiziden Bienen erheblich schädigen kann. Der Vortrag widmet sich zunächst kurz der Ökologie von Wildbienen im Vergleich zu Honigbienen, da Pestizidtests überwiegend an Honigbienen durchgeführt werden, und erläutert dann, wie das Risiko von Pestiziden für Bienen in der Europäischen Union bewertet wird. Zudem wird kritisch hinterfragt, ob Honigbienen ein geeigneter Modellorganismus für Wildbienen oder allgemein für Bestäuber sind, und auch der Frage nachgegangen, warum bienenschädigende Neonikotinoide dennoch als sicher eingestuft wurden.

  • Tote Bäume aus dem All erkennen – Wie Künstliche Intelligenz, Drohnen und Satelliten beim Monitoring von Waldsterben helfen
    Prof. Dr. Teja Kattenborn
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Der Klimawandel, neue Schädlinge und veränderte Landnutzung führen in vielen Regionen zu einer erhöhten Baumsterblichkeit. Dies hat weitreichende Folgen für unsere Ökosysteme: Neben dem Verlust wichtiger Funktionen wie Wasserfilterung oder Temperaturregulierung führt die überdurchschnittliche Sterblichkeit von Bäumen auch zur verstärkten Freisetzung von CO₂ – was den Klimawandel weiter antreibt. Doch obwohl viele Menschen das Baumsterben in ihrem Alltag wahrnehmen, fehlen bislang präzise Daten darüber, wo und in welchem Ausmaß Wälder betroffen sind.
    Satelliten und Künstliche Intelligenz (KI) bieten vielversprechende Möglichkeiten, tote Bäume weltweit zu erfassen. Doch damit eine KI Baumsterben zuverlässig erkennt, muss sie zunächst trainiert werden. Hier setzt die Arbeitsgruppe für Sensorgestützte Geoinformatik der Universität Freiburg auf einen innovativen Ansatz: Drohnen. Immer mehr Menschen nutzen Drohnen, um Wälder zu fotografieren. Diese hochdetaillierten Luftaufnahmen zeigen tote Bäume mit hoher Präzision. Der Vortrag wird u.a. zeigen, wie diese lokalen Daten zum Training von Algorithmen genutzt werden, die zur Analyse von Satellitenbildern eingesetzt werden können, außerdem die erste deutschlandweite Karte toter Bäume vorstellen, die bereits auf dieser Grundlage erstellt wurde, und schließlich einen Ausblick geben, wie Bürger*innen weltweit aktiv selbst zu dieser Forschung beitragen können.

  • Schutz der Biodiversität im Recht – Wie kann die Transformation gelingen?
    Prof. Dr. Cathrin Zengerling, LL.M.
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Im wissenschaftlichen und politischen Diskurs ist die Biodiversitätskrise seit einigen Jahren neben die Klimakrise getreten. Als Reaktion darauf hat sich der rechtliche Rahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Biodiversität deutlich weiterentwickelt. Während Naturschützer*innen die vereinbarten Regelungen nicht weit genug gehen, protestieren betroffene Landnutzer*innen gegen unverhältnismäßige Einschränkungen. Der Vortrag gibt einen Überblick über zentrale Neuerungen auf internationaler, europäischer, nationaler und Länderebene. Welche Ziele haben die Gesetzgeber gesetzt? Wie sollen sie erreicht werden? Konkret: Welche Akteur*innen werden mit welchen Instrumenten verpflichtet oder finanziell motiviert, welche Beiträge zum Schutz der Biodiversität zu leisten? Ist der Bogen überspannt? Oder nicht einmal ausgepackt? Anhand ausgewählter Beispiele werden Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze diskutiert.

  • Genetische Diversität – die verborgene Ebene der Biodiversität
    Prof. Dr. Katrin Heer
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Wenn über den Schutz der Natur gesprochen wird, geht es oft um den Erhalt einzelner Arten oder sogar individueller Tiere und Pflanzen. Doch für Naturschutzgenetiker ist eine andere Ebene entscheidend: die Population. Innerhalb von Populationen findet der genetische Austausch statt, sie tragen einzigartige genetische Merkmale, und nur Populationen mit einer hohen genetischen Vielfalt haben langfristig eine Überlebenschance.
    Dank moderner Sequenziertechnologien können wir heute die genetische Vielfalt von Populationen detaillierter denn je untersuchen. In diesem Vortrag betrachten wir (1) die Bedeutung genetischer Diversität für den Erhalt von Arten, (2) moderne Methoden zur Untersuchung von Genomen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sowie (3) gesetzliche Regelungen zum Monitoring genetischer Vielfalt.