• Agroforstsysteme: Win-Win für Landwirtschaft und Umwelt
    Dr. Christopher Morhart
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Bäume gehören in den Wald und Getreide auf den Acker – ist das wirklich so, oder bieten sogenannte Agroforstsysteme doch mehr für Mensch und Natur? Dieser Frage soll im Vortrag nachgegangen werden. Dass Bäume und Sträucher die Biodiversität durch die Schaffung von Lebensräumen und Nahrungsquellen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten steigern und die Wind- und Wassererosion reduzieren, ist vielen bekannt. Darüber hinaus ergeben sich durch deren Integration in landwirtschaftliche Nutzsysteme eine Vielzahl weiterer Effekte. Die einzelnen Komponenten von Agroforstsystemen interagieren in mannigfaltiger Weise miteinander. Da sowohl Bäume als auch Ackerkulturen Wasser, Licht und Nährstoffe benötigen, stellt sich die Frage: Macht es Sinn, beide zu kombinieren? Taucht man in die faszinierende Welt der Agroforstsysteme ein, wird schnell klar, dass die Realität weitaus komplexer ist, als es zunächst scheint.

  • „Doktor Wald“ – Hat die Biodiversität von Wäldern einen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen?
    Prof. Dr. Michael Scherer-Lorenzen
    Im HS 1010 im Kollegiengebäude I der Universität

    Waldökosysteme sind ein wichtiges Reservoir für die biologische Vielfalt in den vom Menschen geprägten Landschaften Mitteleuropas und erbringen zahlreiche Ökosystemleistungen. Der Kontakt mit Wäldern oder einer natürlichen Umgebung kann sich positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken, v.a. bei nicht übertragbaren Krankheiten wie psychischen Störungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Beitrag der biologischen Vielfalt in Wäldern zu Gesundheit und Wohlbefinden ist aber noch nicht ausreichend erforscht. Die biologische Vielfalt kann dabei sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben, letztere z. B. durch vektorübertragene Krankheiten oder pollenbedingte Allergien. Im Vortrag werden u.a. neue Erkenntnisse aus dem europäischen Projekt „Dr. Forest“ vorgestellt.

  • Geheimnisse des Vogelzugs
    Dr. Wolfgang Fiedler
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Warum wandern Tiere? Die Antwort ist einfach und fast schon banal: um dorthin zu kommen, wo es ihnen besser geht. Was für den Wasserfloh ebenso gilt wie für den Blauwal, wurde durch die Fähigkeit der Vögel, sich fliegend über große Strecken bewegen zu können, zum Lebensprinzip einer ganzen Tierklasse.Keine andere Tiergruppe hat schon so viele Geheimnisse rund um ihr Wanderverhalten preisgegeben wie die Vögel – zugleich aber auch immer wieder neue Rätsel aufgegeben. So wissen wir beispielsweise von vielen Vogelpopulationen, in welchem Gebiet sie überwintern, aber wir wissen wenig darüber, welche Entscheidungen über Zeitplan und Route das einzelne Individuum trifft.
    Der Vortrag wird Sie auf einen Streifzug zum Staunen und Nachdenken über verschiedene Aspekte des Vogelzuges mitnehmen und zugleich über aktuelle Ansätze in der Vogelzugforschung informieren.

  • Der Ausverkauf – Wasser, Boden, Rohstoffe
    Uwe Ritzer (Journalist/Buchautor, München)
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Während sich Deutschland in hitzigen Debatten um klimafreundliche Heizungen und E-Autos heillos verzettelt, hat im Hintergrund der Ausverkauf unserer natürlichen Ressourcen längst begonnen.
    Sie gehören uns allen, doch es sind einzelne Geschäftemacher und multinationale Konzerne, die mit Wasser, Boden und Rohstoffen gewaltige Gewinne machen. Ohne Rücksicht auf das Gemeinwohl und ausschließlich für ihre eigenen Zwecke. Die Ausverkäufer agieren weitgehend aus dem Schatten heraus: Die breite Öffentlichkeit nimmt sie nicht wahr, sie fliegen geschickt unter dem medialen Wahrnehmungsradar. Kaum jemand stellt sich ihnen in den Weg; die Politik arrangiert sich, lässt sie in Ruhe – oder verdrängt das Problem.
    Der SZ-Investigativ- und Wirtschaftsjournalist Uwe Ritzer hat darüber das Buch „Der Ausverkauf“ geschrieben, in dem er nicht nur aufzeigt, wie unsere Umwelt ausverkauft wird, sondern auch,  wer dafür die Verantwortung trägt.

  • Wie viel Fleisch verträgt die Zukunft und wie wenig toleriert unsere Gesellschaft?
    Martina Braun MdL (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    Prof. Dr. Gunther Hirschfelder (Kulturwissenschaft, Regensburg)
    Dr. Friederike Schmitz (Autorin, Berlin)
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Global betrachtet verursacht das Ernährungssystem je nach Schätzung 20 bis 35 Prozent der anthropogenen Treibhausgasemissionen, wobei bis zu 80 Prozent auf die Tierproduktion entfallen – mit gravierenden Folgen für Umwelt und Tierwohl. Dennoch galt die Entscheidung über den Fleischkonsum traditionell als Privatsache, geprägt von kulinarischen, kulturellen oder moralischen Vorlieben. Politische Eingriffe in diesen Bereich stoßen oft auf Widerstand. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir eine gesellschaftliche Debatte über die Zukunft unseres Ernährungssystems anstoßen und nachhaltige Lösungsansätze erkunden. Diskutieren Sie mit uns über die Möglichkeiten einer verantwortungsvollen Ernährung!

  • Pilze – Das verborgene Leben im Untergrund
    Dr. Bernhard Otto (Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V., Schifferstadt)
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Pilze sind mehr als kulinarische Kostbarkeiten oder giftige Gefahren – sie bilden ein unsichtbares Netzwerk, das die Natur durchzieht und verbindet. Ihre ökologische Bedeutung ist enorm, ihre Lebensweise faszinierend fremd.
    Was sind Pilze, welche Rolle spielen sie in der Welt – und was verbirgt sich hinter dem „Wood Wide Web“?
    Eine Entdeckungsreise in das Reich der Fadenwesen.

  • Lebendige Landschaften gestalten:
    Wie Agroforstsysteme und Naturoasen die natürliche Vielfalt erhalten
    Dr. Wolfgang Ambach (Stiftung Natur Zuerst, Schallstadt)
    Dr. Christopher Morhart (Waldwachstum und Dendroökologie, Freiburg)
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Wie kann sich eine land- und forstwirtschaftliche Nutzung positiv auf die biologische Vielfalt auswirken? Mit dieser Frage beschäftigen sich zwei Vorträge an diesem Abend.
    Agroforstsysteme – die Kombination von Bäumen mit landwirtschaftlicher Nutzung – bieten vielfältige Vorteile für Mensch und Natur. Wie diese aussehen und was man dabei beachten sollte, beleuchtet Dr. Christoper Morhart.
    „Naturoasen“ heißen die land- und forstwirtschaftlichen Flächen der Stiftung Natur Zuerst. Sie sind als Naturerbe auf Dauer der Vielfalt des Lebens, nicht der Nutzung gewidmet. Dr. Wolfgang Ambach stellt dieses vielgliedrige, von Ehrenamtlichen verantwortete Naturschutzprojekt vor.

  • Zootiere
    Aufgabe und Herausforderungen des Zoos

    Dr. Severin Dressen (Direktor Zoo Zürich)
    Prof. Dr. Markus Wild (Tierethik, Basel)
    Collegium Borromaeum, Schoferstraße 1, Freiburg

    Artenschutz ist eine der zentralen Aufgaben moderner, wissenschaftlicher Zoos und Aquarien. Es handelt sich zweifellos um eine dringliche Aufgabe, denn das Artensterben gilt neben der Klimakrise als die größte Bedrohung für unseren Planeten und unser Leben. Einige Stimmen behaupten, dass wir uns aktuell im größten Artensterben seit dem Ende der Dinosaurierzeit vor 65 Millionen Jahren befinden. Laut WWF sind ein Viertel der Säugetierarten, jede achte Vogelart und 40 Prozent der Amphibienarten bedroht. Können Zoos hier einen wichtigen Beitrag leisten?
    Eine zweite Herausforderung besteht in der Zucht bedrohter Tiere. Dies hat zur Folge, dass mitunter auch Individuen einer bedrohten Tierart euthanasiert werden müssen. Was hat mehr Gewicht: das Leben einzelner Tiere oder die Erhaltung der Art?

    Diese beiden Herausforderungen werden die beiden Referenten engagiert und kontrovers diskutieren.