Liebe Leserinnen und Leser,
haben Sie schon einmal das Wort »Generativität« gehört? Sie fragen sich nun womöglich, was es damit schon wieder auf sich hat! Ein neues Modewort? Oder eher ein Fremdwort, um einen einfachen Sachverhalt kompliziert erscheinen zu lassen? Und was hat das mit den Zielen der Musella-Stiftung zu tun? Geprägt wurde der Begriff von Erik Homberger. Der Psychoanalytiker sah in seinem Stufenmodell der menschlichen Entwicklung als die zentrale Aufgabe des Erwachsenenalters die Sorge für die kommenden Generationen. Dabei kann es sich um sowohl um die Weitergaben von Sachgütern und Werten handeln als auch um persönliches Engagement. Ein wichtiger Aspekt der Generativität sind die Weitergabe von Werten und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen auf unserer Erde für die kommenden Generationen. An dieser Stelle ist der Zeitpunkt gekommen, die Theorie beiseitezulassen und sich frei nach Panaitios von Rhodos der Praxis zu widmen – dem sozial-
ökologischen Engagement der Musella-Stiftung und dem ihr angegliederten Musella-Institut.
2025 konnten wir unsere inzwischen langjährigen Projekte und Herzensanliegen im Tier- und Artenschutz weiter vertiefen. Durch die Kooperation mit dem Tierheim Löffingen und großem privaten Engagement konnten wir das Artenschutznetzwerk auch im vergangenen Jahr ausbauen. Zahlreichen Tieren, ob Wildtieren oder sogenannten Nutztieren, konnte so geholfen werden. Ebenso erweitert haben wir das Projektgebiet inklusive der Gemeinden, die auf Initiative des Projektleiters des Musella-Instituts, Johannes Linnemann, eine Katzenschutzverordnung verabschiedeten.
Im Zusammenhang mit dem Stichwort »Generativität« haben wir im Jahr 2025 die Säule »Kinder- und Jugendbildung« gestärkt. Gemeinsam mit der Tierschutzorganisation Animals’ Angels und ihrer Mitarbeiterin Sophie Greger führten wir Tierschutz-Projekttage am Montessori Zentrum Angell in Freiburg durch. Die Schülerinnen und Schüler nahmen das Projekt begeistert auf und wir hoffen auf eine Fortführung in den kommenden Jahren.
Die Musella-Stiftung hat 2025 erstmals einen Preis für Biodiversität und Artenschutz ausgeschrieben. Der Preis soll Nachwuchswissen-schaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Universität Freiburg im Breisgau in ihrer frühen Karrierephase unterstützen. Wir gratulieren Alicia Kling, die den Preis für ihre Masterarbeit über Effekte von Pestiziden auf zwei Mauerbienen erhielt. Mit einem Deutschlandstipendium unterstützen wir zudem Studierende der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen an der Universität Freiburg.
2025 förderten wir Clara Knobloch, die sich in ihrem Studium besonders den vordergründig unscheinbaren Insekten und Pflanzen widmet, aus deren Lebenswelt sie jedoch Erstaunliches berichten kann.
In der gut etablierten Vortragsreihe »Mensch und Schöpfung«, die wir gemeinsam mit der Katholischen Akademie Freiburg im Breisgau durchführen, beschäftigten sich die Referentinnen und Referenten mit Themen des Tier-und Artenschutzes. Ein weiteres Thema waren unsere natürlichen Ressourcen und der Umgang mit ihnen. Unser Dank geht an dieser Stelle einmal mehr an Rebecca Albert, Studienleiterin an der Katholischen Akademie für die gute Zusammenarbeit.
Zuletzt möchten wir allen unseren Förderern und Freiwilligen im Artenschutz danken, ohne die unsere Arbeit in diesem Maße nicht möglich wäre!
Im Frühjahr 2026
Dr. Stephan Seiler
Geschäftsführer Musella‐Institut
