Tierhilfe Hoffnung

Das Tierheim
Das Tierheim Smeura in Pitesti

Ebenso wie schon bei unserem langjährigen Kooperationspartner „Save the Dogs“ läßt sich auch bei dem neuen Kooperationspartner, dem Verein „Tierhilfe Hoffnung“ mit Sitz in Dettenhausen, und der Musella-Stiftung ein zentrales Anliegen in Sachen Tierschutz schon auf den ersten Blick erkennen: Aktive Tierschutzarbeit durch Kastrationen. Das Leid unzähliger Katzen und Hunde überall auf der Welt kann nur auf diesem Weg nachhaltig eingedämmt werden. Die Zusammenarbeit mit „Tierhilfe Hoffnung“ begann bereits im Jahr 2020 und wird in 2021 durch eine finanzielle Förderung seitens der Stiftung auf breiterer Basis weiter ausgebaut.
Während die Stiftung dieses Ziel im Rahmen des Projekts „Schwarzwaldhof“ seit 2017 im Südschwarzwald verfolgt, engagiert sich der 1998 gegründete Verein „Tierhilfe Hoffnung“ in Rumänien einerseits für die Vermittlung von Straßenhunden nach Deutschland und andererseits für die Kastration und medizinische Versorgung von Hunden und Katzen vor Ort. Hierbei wird im Sinne der Nachhaltigkeit nach der „1 zu 3“ Regel gearbeitet: Dies bedeutet, daß für jeden Hund, der nach Deutschland reist, 3 Hunde in Rumänien vor Ort kastriert werden.

 

Der Verein betreibt das größte Tierheim der Welt namens „Smeura“ in Pitesti. Im Jahre 2000 übernahm die 2016 verstorbene Vereinsgründerin Ute Langenkamp eine ehemalige Fuchsfarm mit 1500 zum Tode verurteilten Straßenhunden, um diese vor einem grausamen Tod zu retten. Sie widmete sich zudem der Verantwortung für alle verbliebenen Hunde auf den Straßen Pitestis. In der Smeura wurden die Hunde medizinisch versorgt, kastriert und wieder freigelassen. Alte bzw. schwerkranke Tiere und Welpen verblieben in der Smeura. So konnte der Verein seit dem Jahr 2000 bis zum Juni 2013 allein im Landkreis Arges-Pitesti die Anzahl von 33.000 unkastrierten Straßenhunden auf 4.500 kastrierte Straßenhunde reduzieren. Ein klares Konzeptbeispiel für die Lösung und Linderung der Straßenhundeüberpopulation auf humane und sehr effektive Art und Weise.

Katzen in der Tierhilfe Hoffnung
Katzen iim Tierheim "Smeura"
 

 


Aber auch die Zahlen der vergangenen Jahre sind einerseits beindruckend, zum anderen unterstreichen sie durch den kontinuierlichen Anstieg sowohl die Notwendigkeit als auch den Erfolg des Projekts: Im Jahr 2018 konnten 2.509 Hunde nach Deutschland in Partnertierheime gebracht sowie 7.748 Kastrationen vor Ort durchgeführt werden. Im Folgejahr 2019 wurden 3.430 Hunde vermittelt und 12.564 Tiere kastriert. Bis Anfang Oktober 2020 konnten trotz spürbarer Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise bereits 3.909 Hunde nach Deutschland reisen, während weitere 10.952 Tiere kastriert wurden.

Hunde in der Tierhilfe Hoffnung
Diese  Hunde wurden vor der Tötung gerettet

 

Tierhilfe Hoffnung e.V. setzt sich hierbei für flächendeckende Kastrationen der Straßenhunde ein und führt zudem groß angelegte Kastrationsaktionen für Privathunde durch. Obwohl in Rumänien seit 2015 eine gesetzliche Kastrationspflicht für Privathunde besteht, stellen gerade die Hunde, die sich in der Obhut von Menschen befinden, eine große Herausforderung dar, denn sie sind der eigentliche Ursprung der Straßenhunde. Das Leben eines Besitzerhundes unterscheidet sich meist kaum von dem eines Straßenhundes; sie sind sich selbst überlassen, unkastriert und ohne Aufsicht vermehren sie sich ungehindert mit heimatlosen oder Nachbarhunden. Hier leistet der Verein wichtige Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und sensibilisiert die nachfolgende Generation durch verschiedene Schulprojekte. Trotz des stetig wachsenden Engagements von „Tierhilfe Hoffnung“ gehört der Anblick streunender Hunde, halb verhungert, verwahrlost, ausgezehrt und krank, in Rumänien weiterhin zum alltäglichen Straßenbild. Im täglichen Kampf ums Überleben sind sie ständigen Gefahren ausgesetzt, werden gejagt und verfolgt. Rumäniens Politiker lassen in immer wiederkehrenden Tötungsaktionen zigtausende Hunde auf bestialische Art und Weise töten. Sie werden erschlagen, mit Frostschutzmittel vergiftet, stranguliert und bei lebendigem Leibe verbrannt.


Ein guter Grund für die Musella-Stiftung sowohl die Zusammenarbeit mit dem Verein „Tierhilfe Hoffnung“ als auch die Förderung in Zukunft zu intensivieren!

 

Dr. Johannes Christian Linnemann